Brauchwasserwärmepumpen ohne Wärmetauscher

Eine Brauchwasserwärmepumpe ohne Wärmetauscher (monovalenter Speicher) arbeitet als vollkommen eigenständiges Warmwassersystem. Sie benötigt keine Rohrverbindung zur Zentralheizung und erzeugt warmes Trinkwasser ganzjährig ausschließlich über Umweltluft und Strom.

Was ist das / Wie funktioniert es

Bei einer Brauchwasserwärmepumpe ohne Wärmetauscher handelt es sich um ein monovalentes Stand-alone-Gerät.

Konstruktion:

  • Einfacher Speicheraufbau: Der Speicherbehälter besitzt im Inneren keine zusätzliche Rohrwendel für Fremdwärme. Die Wärmeübertragung erfolgt ausschließlich über den Kältekreis der Wärmepumpe (Kondensatorwicklung außen am Kessel).
  • Elektrische Reserve: Für Notfälle und das legionellensichere Aufheizen ist ein elektrischer Tauchheizkörper fest im Speicher verbaut.
  • Einfache Installation: Es müssen lediglich Kaltwasserzuleitung, Warmwasserabgang und Kondensatschlauch verrohrt sowie der 230-V-Netzstecker eingesteckt werden. Keine Abstimmung mit der Gebäudezentralheizung erforderlich.

Wann ist es sinnvoll

Diese Bauart ist die kostengünstigste und einfachste Lösung für autarke Warmwasserversorgung:

  • Abgrenzung zu Modellen mit Wärmetauscher: Ist kein Kesselanschluss gewünscht oder steht die Wärmepumpe weit entfernt vom Heizkessel (z. B. in einer separaten Waschküche), spart der Verzicht auf das Rohrregister Anschaffungskosten und Verrohrungsaufwand.
  • Reine Strom- und PV-Haushalte: Für Häuser mit reiner Wärmepumpen-Flächenheizung, Infrarotheizung oder Fernwärme, die ihr Warmwasser völlig getrennt vom Heizkreis erzeugen möchten.
  • Austausch alter Elektro-Boiler: Kann eins-zu-eins an den vorhandenen Kalt- und Warmwasseranschlüssen eines alten Elektro-Standspeichers montiert werden.

Worauf achten

Beim monovalenten Betrieb sind Leistungsreserven zu berücksichtigen:

  • Aufheizdauer bei hohem Verbrauch: Da die Heizleistung der Wärmepumpe typischerweise bei etwa 1,5 bis 2,0 kW liegt, dauert die Wiederaufheizung länger als bei einem Kessel mit 20 kW. Bei Verbrauchsspitzen schaltet der interne Heizstab zu.
  • Raumtemperatur: Der Aufstellraum sollte ganzjährig frostfrei sein und typischerweise mindestens etwa 10 °C Lufttemperatur aufweisen.
  • Passende Speicherkapazität: Da kein Kessel schnell nachheizen kann, sollte das Speichervolumen lieber eine Nummer größer gewählt werden (typischerweise etwa 250 bis 300 Liter für Familien).

Häufige Fragen

Welchen Vorteil hat der Verzicht auf einen Wärmetauscher?

Das Gerät ist günstiger in der Anschaffung, besitzt weniger Bauteile und die Montage ist unkompliziert, da keine Rohre zum Heizkessel verlegt werden müssen.

Kann man später doch noch eine Solaranlage nachrüsten?

Nein, bei einem Speicher ohne Wärmetauscher kann nachträglich kein hydraulischer Solarkreis mehr eingebunden werden. Dafür müsste der Speicher getauscht werden.

Funktioniert die Warmwasserbereitung auch im Winter zuverlässig?

Ja, das Gerät läuft ganzjährig autark. Reicht die Wärmeleistung der Luft an kalten Tagen nicht aus, unterstützt der integrierte Elektro-Heizstab automatisch.

Welche Anschlüsse werden im Aufstellraum benötigt?

Benötigt werden ein Kaltwasserzulauf, ein Warmwasserabgang, ein Abwasseranschluss für das Kondensat sowie eine normale 230-Volt-Steckdose.

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