Was ist das / Wie funktioniert es
Da eine Fußbodenheizung träge auf Temperaturänderungen reagiert, ist eine präzise elektronische Regelung erforderlich.
Hauptbestandteile des Regelungssystems:
- Raumthermostate: Sitzen in jedem Wohnraum und messen die Raumlufttemperatur. Erhältlich als einfache Drehregler, digitale Uhrenthermostate oder smarte Funk-/WLAN-Thermostate.
- Regelklemmleiste (Verteilerleiste): Zentrale Schalteinheit im Verteilerschrank. Sie nimmt die Signale der Thermostate (per Kabel mit 230 V oder 24 V, bzw. per Funk) entgegen und schaltet die zugehörigen Stellantriebe.
- Pumpenlogik & Vorlaufsteuerung: Viele Leisten verfügen über eine Pumpenabschaltung, die die Heizkreispumpe stromsparend stoppt, wenn alle Raumthermostate geschlossen sind.
Wann ist es sinnvoll
Die Einzelraumregelung ist für alle Neubauten und Modernisierungen vorgeschrieben:
- Gesetzliche Pflicht: Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für jeden Raum mit typischerweise mehr als etwa 6 m² Nutzfläche eine selbsttätig wirkende Vorrichtung zur raumweisen Temperaturregelung vor.
- Bedarfsgerechte Raumwärme: Räume wie Schlafzimmer (typischerweise etwa 18 °C) und Badezimmer (typischerweise etwa 22 bis 24 °C) erfordern unterschiedliche Temperaturniveaus, die über die Regelung zeitabhängig gesteuert werden.
- Smarte Zeitprogramme: Digitale Regler senken die Solltemperatur bei Abwesenheit oder nachts automatisch um typischerweise etwa 2 bis 3 Kelvin ab.
Worauf achten
Bei Planung und Verdrahtung sind Systemgrenzen zu beachten:
- Spannungsebene wählen: Es gibt 230-V-Systeme (Standard bei Neubau-Verkabelung) und 24-V-Systeme (oft bei speziellen Steuerungen oder Niederspannungsvorgaben). Thermostate und Stellantriebe müssen dieselbe Spannung nutzen. Zuleitungen und ungedämmte Verteilleitungen unterliegen zudem der Dämmpflicht nach § 69 GEG (Stand: September 2026).
- Funk vs. Drahtgebunden: Bei Nachrüstungen im Altbau, wo keine Kabel zum Verteilerkasten liegen, sind sichere Funk-Regelsysteme (z. B. 868-MHz-Band) die besonders geeignete Alternative.
- Trägheit berücksichtigen: Fußbodenheizungen haben Reaktionszeiten von typischerweise etwa 2 bis 4 Stunden. Regelungshysterese und Pulsweitenmodulation (PWM) verhindern ständiges Über- und Unterschwingen.
Häufige Fragen
Schreibt das Gesetz Raumthermostate für die Fußbodenheizung vor?
Ja, nach den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes muss jeder Raum mit einer selbsttätigen Regelungseinrichtung (Raumthermostat) ausgestattet sein.
Was bedeutet Pulsweitenmodulation (PWM) bei Fußbodenheizungsreglern?
PWM öffnet und schließt Stellantriebe in zeitlichen Intervallen statt nur starr ein/aus. Dadurch wird die Estrichmasse gleichmäßig temperiert, ohne zu überhitzen.
Lohnt sich eine Nachtabsenkung bei Fußbodenheizung?
Wegen der hohen Trägheit des Estrichs nur bedingt. Eine maßvolle Absenkung um typischerweise maximal etwa 1 bis 2 °C kann sinnvoll sein; stärkere Absenkungen erhöhen den Wiederaufheizaufwand.
Was macht die Regelklemmleiste im Verteilerschrank?
Sie verbindet die Drähte der Raumthermostate mit den entsprechenden Stellantrieben auf den Ventilen und sorgt für eine übersichtliche elektrische Zuordnung.