Was ist das / Wie funktioniert es
Ein Trinkwasserspeicher dient der hygienischen Bereitstellung von warmem Trink- und Brauchwasser im Gebäude. Er ist direkt mit der Kaltwasserleitung des Versorgers verbunden und steht permanent unter Leitungsdruck (typischerweise etwa 3 bis 6 bar).
Da Trinkwasser Sauerstoff und gelöste Mineralien enthält, muss das Behälterinnere wirksam vor Korrosion geschützt werden. Dies geschieht entweder durch:
- Emaillierung mit Opferschutz: Ein Behälter aus Stahlblech wird innen mit einer glasartigen Emailleschicht versiegelt. Fehlstellen oder Poren werden durch eine Magnesium-Opferanode oder eine elektronische Fremdstromanode galvanisch geschützt.
- Voll-Edelstahlbehälter: Der Kessel besteht vollständig aus rostfreiem Edelstahl, der sich durch eine natürliche Passivschicht schützt.
Die Erwärmung erfolgt indirekt über einen internen Glattrohr-Wärmetauscher, durch den heißes Heizwasser strömt. Beim Öffnen einer Zapfarmatur drückt nachströmendes Kaltwasser das warme Wasser oben aus dem Speicher in das Verteilnetz.
Wann ist es sinnvoll
Trinkwasserspeicher sind die Standardlösung für hohen Komfort bei der Warmwasserversorgung:
- Abgrenzung zu Heizwasser-Pufferspeichern: Pufferspeicher führen kein Trinkwasser, sondern sauerstoffarmes Heizungswasser für Heizkörper. Sie dürfen aus Hygienegründen niemals direkt an Trinkwasserleitungen angeschlossen werden.
- Abgrenzung zu Frischwasserstationen: Eine Frischwasserstation erwärmt Wasser erst beim Zapfen und benötigt eine kräftige Primärpumpe sowie Regelelektronik. Ein Trinkwasserspeicher speichert das warme Wasser auf Vorrat und bewältigt auch sehr hohe, plötzliche Spitzenverbräuche (z. B. Großbadewannen) mühelos.
- Gleichzeitigkeit im Mehrpersonenhaushalt: Gegenüber Durchlauferhitzern bleibt die Wassertemperatur am Duschkopf auch dann vollkommen konstant, wenn parallel in der Küche gespült wird.
Worauf achten
Für den hygienischen und sicheren Betrieb sind strenge Normen einzuhalten:
- Sicherheitsgruppe nach DIN EN 1717: Jeder geschlossene Trinkwasserspeicher benötigt zwingend ein bauteilgeprüftes Sicherheitsventil, einen Rückflussverhinderer und ein Membran-Sicherheitsventil (oft mit Ausdehnungsgefäß), um den Druckanstieg bei der Wassererwärmung schadlos abzuführen.
- Regelmäßige Anodenprüfung: Bei emaillierten Speichern muss die Magnesiumanode typischerweise etwa alle zwei Jahre auf Abnutzung geprüft und rechtzeitig erneuert werden, um Durchrostungen zu verhindern.
- Temperatur gegen Legionellen: Die Speichertemperatur sollte typischerweise bei mindestens 60 °C liegen, um das Wachstum von Legionellen sicher zu unterbinden.
Häufige Fragen
Wie oft muss die Magnesiumanode im Trinkwasserspeicher gewechselt werden?
Die Magnesium-Opferanode sollte typischerweise alle zwei Jahre einer Sichtprüfung oder Strommessung unterzogen werden. Ist mehr als die Hälfte des Anodenmaterials abgetragen, muss sie ersetzt werden, um den Behälter vor Durchrostung zu schützen.
Welche Speichergröße ist für eine vierköpfige Familie angemessen?
Für einen Standardhaushalt mit vier Personen und normalem Duschverhalten empfiehlt sich typischerweise ein Speichervolumen von etwa 160 bis 200 Litern bei Beheizung durch einen Heizkessel, bzw. rund 250 bis 300 Litern bei einer Wärmepumpe.
Warum tropft das Sicherheitsventil beim Aufheizen des Trinkwasserspeichers?
Wasser dehnt sich beim Erwärmen physikalisch aus. Da Wasser nicht komprimierbar ist und der Rückflussverhinderer das Zurückdrücken ins Kaltwassernetz verhindert, steigt der Druck im Speicher, bis das Sicherheitsventil kurzzeitig öffnet und etwas Ausdehnungswasser ablässt.
Was ist hygienischer: Trinkwasserspeicher oder Durchlaufsystem?
Bei korrekter Temperatureinstellung (typischerweise etwa 60 °C) und regelmäßigem Wasseraustausch gilt ein Trinkwasserspeicher als hygienisch zuverlässig. Bei sehr unregelmäßigem Verbrauch oder Ferienhäusern bieten Durchlaufsysteme Vorteile, da dort kein Wasser stagniert.