Split-Wärmepumpen

Eine Split-Wärmepumpe teilt den thermodynamischen Kältekreislauf in eine Außeneinheit und eine Inneneinheit auf, die über kältemittelführende Kupferleitungen verbunden sind. Die Wärmeübertragung auf das Heizungswasser erfolgt erst im frostgeschützten Gebäudeinneren. Dies schließt ein Einfrieren von Wasserleitungen bei Stromausfall im Winter vollständig aus.

Was ist das / Wie funktioniert es

Bei einer Split-Luft-Wasser-Wärmepumpe ist der Kältekreislauf räumlich aufgeteilt:

  1. Außeneinheit: Beherbergt den witterungsbeständigen Verdampfer, den saugseitigen Ventilator und den drehzahlgeregelten Inverter-Kompressor. Hier wird der Außenluft Wärme entzogen und das Kältemittel verdampft.
  2. Kältemittelleitungen: Zwei dünne, flexibel biegbare und hochgradig diffusionsdichte Kupferrohre (Sauggas- und Flüssigkeitsleitung) verbinden Außen- und Innenteil.
  3. Inneneinheit (Hydraulikmodul): Im Hauswirtschaftsraum oder Keller befindet sich der Plattenwärmetauscher (Kondensator). Erst hier gibt das heiße, gasförmige Kältemittel seine Energie an das zirkulierende Heizungswasser ab. In der Inneneinheit sind zudem Heizkreispumpe, Ausdehnungsgefäß, Elektroheizstab und die Steuerzentrale kompakt integriert.

Da im Außenbereich kein Tropfen Heizungswasser geführt wird, ist das Außensystem frostsicher, selbst wenn bei strenger Kälte der Strom ausfallen sollte.

Wann ist es sinnvoll

Split-Wärmepumpen sind besonders vielseitig und eignen sich für fast jede Einbausituation:

  • Abgrenzung zu Monoblock-Wärmepumpen: Bei Monoblock-Geräten muss Heizungswasser durch dicke, stark gedämmte Rohre ins Freie geführt werden (Gefahr von Einfrieren bei Kesselstillstand). Split-Geräte benötigen nur zwei dünne Kupferleitungen (Wanddurchbruch von lediglich ca. 6 bis 8 Zentimetern). Zudem erlauben Split-Systeme größere Leitungslängen zwischen Außen- und Innenmodul (häufig bis etwa 25 bis 30 Meter).
  • Flexible Aufstellung: Die Außeneinheit kann unauffällig in weiter entfernten Gartenbereichen, auf Garagendächern oder an Carports montiert werden, um Emissionen am Haupthaus zu minimieren.
  • Kompakte Innenabmessungen: Die Innengeräte sind kaum größer als eine wandhängende Gastherme oder werden als kompakte Tower-Lösung mit integriertem Warmwasserspeicher aufgestellt.

Worauf achten

Die geteilte Bauweise erfordert spezifisches handwerkliches Fachwissen bei der Installation:

  • Zertifizierungspflicht (F-Gase-Verordnung): Weil der Kältekreislauf erst vor Ort durch Bördeln oder Löten geschlossen, evakuiert und mit Kältemittel befüllt wird, darf die Montage der Kältemittelleitungen gesetzlich nur von Fachbetrieben mit Kältemittelschein (Sachkundenachweis nach ChemKlimaschutzV) durchgeführt werden. Stand: September 2026.
  • Leitungslänge und Nachfüllmengen: Die Außengeräte sind ab Werk meist für Leitungslängen von etwa 10 bis 15 Metern vorgefüllt. Bei längeren Strecken muss der Kältetechniker zusätzliches Kältemittel grammgenau nach Herstellertabelle nachfüllen.
  • Kältemittelwahl: Viele moderne Split-Geräte nutzen das Kältemittel R32, das eine hohe Effizienz bei moderatem Treibhauspotenzial (GWP 675) bietet.
  • Schallschutz im Außenbereich: Wie bei allen Luft-Wärmepumpen muss der Schalldruckpegel des Außengeräts zur Einhaltung der TA Lärm berücksichtigt werden.

Häufige Fragen

Warum kann eine Split-Wärmepumpe im Winter nicht einfrieren?

Weil im Außenbereich und in den Verbindungsrohren durch die Wand ausschließlich Kältemittel fließt. Kältemittel gefriert erst bei sehr tiefen Minustemperaturen von typischerweise unter -100 °C. Das eigentliche Heizungswasser verbleibt im beheizten Gebäudeinneren.

Was ist der Unterschied zwischen einer Split- und einer Monoblock-Wärmepumpe?

Bei Monoblock sitzt der gesamte Kältekreislauf draußen, und Heizwasser wird ins Freie gepumpt. Bei Split sitzt der Wärmetauscher drinnen im Haus, und es werden kältemittelführende Kupferrohre nach draußen gelegt. Split erfordert bei der Montage zwingend einen Kältetechniker, erlaubt aber größere Aufstellabstände.

Darf man eine Split-Wärmepumpe in Eigenleistung montieren?

Die mechanische Aufstellung und elektrische Zuleitung dürfen handwerklich versierte Bauherren ausführen. Das Anschließen der Kältemittelleitungen, das Vakuumieren mit der Vakuumpumpe und die Inbetriebnahme müssen nach europäischem Recht durch einen zertifizierten Klimatechniker mit Kälteschein erfolgen. Stand: September 2026.

Wie weit dürfen Außen- und Innengerät voneinander entfernt sein?

Je nach Hersteller und Leistungsgröße sind Leitungslängen von typischerweise etwa 20 bis 30 Metern und Höhenunterschiede von rund 10 bis 15 Metern realisierbar. Bei Überschreiten der werksseitigen Basislänge (oft ab etwa 10 oder 15 Metern) muss zusätzliches Kältemittel nachgefüllt werden.

Welches Kältemittel wird bei modernen Split-Wärmepumpen eingesetzt?

Standardmäßig kommt heute meist das Sicherheitskältemittel R32 zum Einsatz. Es ist nicht giftig, schwer entflammbar (Klasse A2L) und weist eine höhere thermodynamische Effizienz sowie ein um zwei Drittel niedrigeres Treibhauspotenzial als das ältere R410A auf.

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