Fäkalienhebeanlagen Pumpen

Fäkalienhebeanlagen fördern schwarzes, toilettenhaltiges Abwasser aus tiefer liegenden Räumen sicher über die Rückstauebene in die öffentliche Kanalisation.

Was ist das / Wie funktioniert es

Eine Fäkalienhebeanlage nach DIN EN 12050-1 ist ein gas- und wasserdicht geschlossener Sammelbehälter mit integrierter Abwasserpumpe und automatischer Niveausteuerung. Sie nimmt das Schwarzwasser von Toiletten, Urinalen sowie nachgeschalteten Duschen und Waschbecken auf.

Die Fördereinheit verfügt über ein Vortex-Freistromrad mit großem freien Kugeldurchgang (typischerweise etwa 40 bis 80 mm) oder über ein vorgeschaltetes Schneidwerk aus gehärtetem Spezialstahl, das Fäkalien und Toilettenpapier vor dem Eintritt in die Druckleitung zerkleinert. Sobald der Füllstand im Behälter die Schaltgrenze erreicht, fördert das Aggregat das Gemisch mit hohem Druck durch die Rückstauschleife.

Wann ist es sinnvoll

Die Anlage ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn WCs oder Sanitäreinrichtungen im Kellergeschoss unterhalb der Straßenebene installiert sind und kein Freispiegefälle zum Straßenkanal existiert.

In der Abgrenzung zu fäkalienfreien Grauwasserhebeanlagen verhindert die geschlossene Bauform Geruchsbelästigungen im Wohnbereich. Gegenüber Kleinhebeanlagen („Häcksler hinter der Toilette“ nach DIN EN 12050-3, die nur für eine einzelne Toilette im selben Raum zugelassen sind) können vollwertige Hebeanlagen nach DIN EN 12050-1 komplette Einliegerwohnungen oder Mehrfamilienhäuser entwässern.

Worauf achten

Bei Mehrfamilienhäusern oder gewerblicher Nutzung fordert die Norm zwingend eine Doppelanlage (Zwillingshebeanlage) mit zwei redundanten Pumpen, damit bei Ausfall eines Aggregats der Betrieb aufrechterhalten bleibt.

Die Be- und Entlüftung des Sammelbehälters muss zwingend über das Dach geführt werden; ein Anschluss an Raumluft-Belüftungsventile ist unzulässig. Die Druckleitung muss nach DIN EN 12056-4 in einer Schleife typischerweise mindestens etwa 30 cm über die Rückstauebene geführt werden.

Häufige Fragen

Welche Gegenstände dürfen nicht in eine Fäkalienhebeanlage gelangen?

Feuchttücher, Hygieneartikel oder Textilien führen häufig zu Blockaden des Schneidwerks und dürfen nicht über das WC entsorgt werden.

Wie oft muss eine Hebeanlage gewartet werden?

Nach DIN EN 12056-4 ist im Einfamilienhaus typischerweise eine jährliche, im Gewerbebetrieb eine vierteljährliche Wartung vorgeschrieben.

Was passiert bei einem Stromausfall?

Ohne Strom stoppt die Förderung; viele Steuerungen verfügen über einen netzunabhängigen Akku-Alarm zur akustischen Warnung.

Warum darf die Entlüftung nicht im Raum enden?

Im Behälter entstehen Faulgase, die nur über eine offene Dachentlüftungsleitung gefahrlos abgeleitet werden können.

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